BSB / Weltflüchtlingstag - 20. Juni 2008

2008-030 | 18/06/2008


Das Flüchtlingsprojekt schützt Flüchtlinge und BürgerInnen. 

“Flüchtlinge und Vertriebene schützen ist eine Pflicht. Geschützt werden ist ein Recht.” Dies ist der Leitgedanke des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen, geäußert anlässlich des Weltflüchtlingstags, der am kommenden Freitag, den 20. Juni 2008 gefeiert wird. Der BSB beteiligt sich am Aktions- und Sensibilisierungstag. Der Betrieb koordiniert für die Stadt Bozen mit multizonalen Diensten die Aufnahme von Flüchtlingen und kooperiert  mit der Caritas Flüchtlingsberatung.

Der erste Artikel der Genfer Konvention, welche 1951 (mit späteren Nachbesserungen) unterzeichnet wurde, definiert Flüchtlinge als „Personen, die aus Ländern außerhalb der EU stammen und die ihr Herkunftsland aus Furcht vor Verfolgung verlassen haben, aus Gründen der Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen politischer Überzeugungen.“ Diese Menschen flüchten aus Staaten, die ihnen keinen Schutz gewähren und in denen die grundlegendsten Menschenrechte nicht garantiert sind. Wenn sie bleiben würden, würden sie den Tod, die unmotivierte Inhaftierung und die Folter riskieren.

Der BSB koordiniert in Südtirol über die DSI (Dienststelle für Soziale Integration) in enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Sozialwesen der Landesverwaltung (Bereich Flüchtlinge, Ausländer, Sinti und Roma) das Flüchtlingsprojekt nach den Kriterien der Genfer Konvention. Das Projekt gründet sich auf Netzwerkarbeit mit den lokalen Vereinen und hat sich zum Ziel gesetzt, das Recht auf Flüchtlingsschutz umzusetzen. Dabei soll die Transparenz der Dienste und die gesundheitliche und soziale Sicherheit der Nutzer sowie der Bevölkerung garantiert werden.
Im Jahr 2007 haben sich über 450 Personen an die Caritas Flüchtlingsberatung für eine Rechtsberatung gewandt. Ungefähr hundert Personen konnten in den letzten 12 Monaten im Zentrum „Centro Emergenza Profughi“ – Graf F.J.Forni (über Konvention mit dem BSB von der Gesellschaft San Vincenzo De Paoli geführt) eine Unterkunft und Schutz erhalten. Rund ein Drittel dieser Flüchtlinge konnte das Gesuch um politisches Asyl einreichen und letztendlich auch erhalten. Ein weiteres Drittel der Antragsteller konnte zwar kein politisches Asyl erhalten, da die notwendigen Voraussetzungen nicht gegeben waren, konnte aber in den Genuss eines in der Europäischen Menschenrechtskonvention vorgesehenen subsidiären Schutzes kommen, da sie in ihren Herkunftsländern großen Gefahren ausgesetzt sind. Ungefähr 60 Personen konnten des weiteren in spezifischen Eingliederungsprojekten und somit im Flüchtlingszentrum Ex-Gorio (von ATI Consis-Volontarius im Auftrag des BSB geführt) aufgenommen werden.
Das restliche Drittel der Antragssteller wurde hingegen in das nationale Einwanderungsnetzwerk aufgenommen, nachdem diesen Personen kein Anrecht auf besonderen Schutz zuerkannt wurde.

Die Eingliederungsprojekte in den Bereichen Erziehung/Bildung und Arbeit werden durch das Netzwerk mit den auf Landesebene tätigen Vereinen und Einrichtungen ermöglicht. Dabei handelt es sich um individualisierte Projekte, die den Einzelnen beim Spracherwerb begleiten, bei der Arbeits- und Wohnungssuche, beim Schulbesuch von Minderjährigen. Alle Projekte verlangen - ganz im Sinne der Gegenseitigkeit – das Einverständnis und den Beitrag des Nutznießers/Flüchtlings, um in kürzest möglicher Zeit die soziale und finanzielle Unabhängigkeit erreicht zu wissen.
 
 
Information und Einrichtungen:
 
BSB - DSI Dienststelle für Soziale Integration, Rittnerstr. 31 Tel. 0471 325690
Emergenza Profughi – Graf Forni, Rittnerstraße 31, geführt von der Gesellschaft San Vincenzo del Paoli
Caritas Flüchtlingsberatung, Marconistr., 7, Tel. 0471972335
Flüchtlingszentrum Ex Gorio – Schlachthofstraße 15/a, geführt von ATI Consis – Volontarius, 24h Erreichbarkeit 335 7522489 , Fax 0471/300455

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