Vom 100. Bahn-Geburtstag bis zum VKE-Sommer: Die Rehabilitationswerkstätte Kohlern arbeitet für die Allgemeinheit

2008-032 | 18/07/2008
 

Bald schon werden wieder Kinder im Rahmen des VKE-Sommers im Wald, auf der Wiese und im Blockhaus in Kohlern schöne Tage verbringen. Alles ist vorbereitet und auf Sicherheit hin überprüft: der Waldweg entlang der Wiese, die neuen Holz- und Steinbrücken, Tische und Bänke im Freien, das Ufer des Weihers und eine Spiel-Installation aus Naturmaterialien.

Die zehn Betreuten der Rehabilitationswerkstätte Kohlern hatten gemeinsam mit ihren vier Betreuern jede Menge zu tun, um alles herzurichten. „Hier kann jeder seine individuellen Fähigkeiten entdecken und weiterentwickeln und im Umgang mit den Mitmenschen dazulernen“ sagt Fabio Scolati, der Verantwortliche der Tagesstätte des B.S.B., bei welcher die Betreuten beschäftigt sind und wo diesen nach einem persönlichen Rehabilitationsprogramm Wege aus psychischen Problemlagen oder (seltener) Abhängigkeitssituationen geboten werden. 

Die tägliche Arbeit der Betreuten verfolgt aber nicht nur therapeutische Zwecke, sie ist auch für die Allgemeinheit von Nutzen. In der Werkstatt neben dem Hof gleich unterhalb der Bergstation der 100 Jahre alten Kohlerer Seilbahn, in welchem die Tagesstätte untergebracht ist, bearbeiten zehn Männer zwischen 20 und 60 Jahren mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und Fertigkeiten mit Begeisterung das Holz, welches sie in den umliegenden Wäldern gesammelt haben. Das Team sorgt für die Instandhaltung der Wege, des Areals um das Blockhaus, welches vom VKE genutzt wird, der Zäune rund um den Uhlhof. Dies alles erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltzentrum Uhlhof, der Stadt Bozen und mit der Forstwache.

Im Rahmen der Feierlichkeiten rund um den 100. Geburtstag der Kohlerer  Bahn wurde von den Mitgliedern der Reha-Werkstatt der Zaun rund um die Bergstation erneuert. Täglich von morgens früh bis 15.30 Uhr arbeiten die Betreuten in Kohlern. Sie sorgen beispielsweise für die Instandhaltung des Aussichtsturms, für die Wartung des Ballspielplatzes, aber auch der Garten gegenüber der Kirche wurde vom Werkstatt-Team angelegt. Dort gedeiht das Gemüse, welches den Speisezettel für das Mittagessen bereichert, das Tag für Tag gemeinsam gekocht wird, ganz wie in einer großen Familie.

Ein Rehabilitationsprogramm dauert zwischen drei und fünf Jahre, es werden aber keine zeitlichen Grenzen gesetzt, denn jeder hat seinen persönlichen Weg zurückzulegen. Seit es die Struktur in Kohlern gibt, seit 15 Jahren also, wurde sie von rund 50 Personen genutzt. Viele von ihnen konnten dann Arbeit und einen Weg zurück ins tägliche Leben finden.

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