Sinti und Roma: Neue Veröffentlichung des Betriebs für Sozialdienste Bozen
Die Mehrheitsbevölkerung kennt diejenigen, die sich selbst als Sinti oder Roma bezeichnen, vor allem als "Zigeuner". Während Klischees über "Zigeuner" weit verbreitet sind, sind Bräuche, Geschichte und Alltag der Sinti und Roma wenig bekannt.
So entspricht beispielsweise die Vorstellung, Sinti und Roma seien heimatlose Nomaden, eher den Fantasien der Mehrheitsgesellschaft als der Wirklichkeit. Zwar lebte ein beträchtlicher Teil der Minderheit lange Zeit von mobilen Gewerben, vom Handel mit Textilien oder Kurzwaren, als Schmiede, Korb- und Siebmacher, als Musiker oder Schausteller. Der größte Teil der Sinti und Roma ist jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts praktisch sesshaft geworden. Man schätzt ihre Zahl in Europa auf sieben bis 8,5 Millionen. In Bozen leben ca. 90 Roma in der Nähe von Schloss Sigmundskron, während ca. 70 Mitglieder der Sinti-Volksgruppe ihren ständigen Aufenthalt am linken Eisackufer in der so genannten „Spaghettata“ haben. Jede Gruppe verfügt über eine besondere Identität, die sich in der jeweiligen Eigenbezeichnung spiegelt.
Die jüngste zweisprachig erschienene Publikation des Betriebes für Sozialdienste Bozen (Autoren: Riccardo Hueller und David Abbadessa) mit dem Titel „Sinti und Roma in Bozen“ bietet eine prägnante und aktuelle Darstellung des Alltags und der Lebensgewohnheiten dieser Bevölkerungsgruppen. Geschichtliche Erläuterungen und statistische Daten runden die Publikation ab.
Entstanden ist die Publikation im Rahmen der vom ESF finanzierten Gemeinschaftsinitiative EQUAL (Phase II) und des Projekts „Karawanen auf dem Weg der Sterne“. Ziel der Gemeinschaftsinitiative EQUAL ist es innovative Modelle zur Beseitigung von Diskriminierung am Arbeitsmarkt zu fördern und zu entwickeln, während das im Juli abgeschlossene Projekt „Karawanen auf dem Weg der Sterne“ die sozio-ökonomische Integration von Sinti und Roma in Südtirol fördern sollte.
Das Buch ist im Alpha Beta Verlag Meran erschienen und kann über den Verlag (0473 210650) kostenlos angefordert werden oder von der Homepage des Betriebes für Sozialdienste Bozen unter www.sozialbetrieb.bz.it direkt heruntergeladen werden.
Für weitere Informationen:
Irene Nicolussi, 0471 329085