Soziale Bedürfnisse erkennen
Lob für Bozner Qualitätsstandards im Sozialbereich
Anlass zum Stolz für das Assessorat für Soziales der Stadtverwaltung: Die halbjährliche EKMA-Studie - Erhebung Monitorcittà - vergibt der Stadt den gesamtstaatlichen ersten Platz bei den Sozialdiensten und streicht die gute Organisation und Führung der Dienste durch den B.S.B. (Betrieb für Sozialdienste Bozen) hervor. Das Verwaltungsmodell macht Schule: Selbst der Minister der Öffentlichen Verwaltungen Renato Brunetta stellt der Bozner Sozialpolitik und v.a. -verwaltung im Rahmen seiner Initiative "Non solo fannulloni" beste Noten aus. Die Tageszeitung Il Sole24Ore vom 10. September lobt die hohen Qualitätsstandards der Bozner Sozialdienste und listet die Eckdaten und -zahlen des Sozialberichts als vorbildhaft auf.
Das Bozner Modell gründet auf die Erstellung eines detaillierten Sozialplans, entstanden unter Einbeziehung der BürgerInnen und damit die konkreten Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung berücksichtigend. Auf dieser Grundlage wurden Zielsetzungen, Prioritätenkataloge und Zeitpläne erarbeitet, die vom B.S.B. als Instrumente verwendet werden. Die Umsetzung erfolgt so im Einklang mit den politischen Vorgaben und berücksichtigt bis ins Kleinste die Anliegen und Bedürfnisse der betroffenen BürgerInnen. Diese Vorgangsweise erkläre den Erfolg der Arbeit im städtischen Sozialbereich, wie Michela Trentini, Direktorin des Amts für Sozialplanung, und Matteo Faifer, Direktor der Abteilung für Dienste an die Örtliche Gemeinschaft, unterstrichen (siehe Foto). Die positiven Ergebnisse bedeuten große Genugtuung für all jene, die ihre berufliche Energie in den Sozialbereich stecken.
Der B.S.B. verwaltete fast 65.000.000 Euro im Tätigkeitsjahr 2007 (davon zahlten 51% das Land und 17% die Stadtverwaltung, der Rest die NutznießerInnen der Dienste). 41% dieser Ressourcen gingen in den Bereich Senioren, 15% in den Bereich Menschen mit Behinderung, 10% in den Bereich Kleinkinder und 8% in die finanzielle Sozialhilfe. Diese Eckdaten zeigen mit Deutlichkeit, welche Schwerpunkte gesetzt werden und wo der Bedarf steckt. In diesem Zusammenhang wurde kritisiert, dass die mediale Aufmerksamkeit letzthin nur Teilbereiche und Nischen der sehr komplexen sozialen Befindlichkeit und Situation streife, z.B. die Nomaden Rom und Sinti oder Fragen der Einwanderung, und kaum die großen Themen wie Veralterung der Gesellschaft, Bedarf an Kinderbetreuung, Kaufkraftschwund im Zusammenhang mit sozialem Unbehagen usw.
Eine Vorabinformation: Nächste Woche findet die Vorstellung des Sozialberichts 2007 mit allen Daten und Zahlen des B.S.B. statt. Einladung folgt.