Vorstellung des Sozialberichts 2007
Tätigkeiten des letzten Betriebsjahres im detaillierten Sozialbericht 2007
Heute Vormittag wurde im Altersheim Don Bosco der Sozialbericht 2007 des BSB vorgestellt: Die Veröffentlichung enthält alle Daten zur Lage der Sozialdienste in Bozen und ist damit eine "soziale Momentaufnahme" der Stadt, die auch Trends erahnen lässt und neue Ziele vorwegnimmt.
Der BSB ist einer der ersten Südtiroler "Unternehmen in öffentlicher Hand" und wurde vor fast zehn Jahren von der Stadtregierung beauftragt, alle Sozialdienste autonom zu führen und zu verwalten; er ist damit dem Stadtrat zu Rechenschaft verpflichtet und berät diesen in seiner Sozialpolitik. Im kommenden Jahr steht das zehnjährige Jubiläum an.
Die Veröffentlichung des Sozialberichtes ist ein jährlicher Fixpunkt: Anlass, um Bilanz zu ziehen und sämtliches Datenmaterial den Interessensträgern vorzustellen - Gemeinde Bozen, Land Südtirol, SSB und den Körperschaften im hiesigen Sozialbereich, aber auch allen MitarbeiterInnen und ehrenamtlichen HelferInnen und, nicht zuletzt, über die Medien auch den NutzernießerInnen der sozialen Dienste, d.h. der Bozner Bevölkerung. Außerdem ist der Sozialbericht ein wichtiges Werkzeug der Sozialpolitik, weil er die kritischen Aspekte im sozialen Bereich aufzeigt, die wachsenden Bedürfnisse hervorhebt, verschiedene Gesichtspunkte, auch jenen "von unten", zulässt und die sozialen Veränderungen unserer Gesellschaft dokumentiert.
Die Führungsspitze des BSB, vor allem der Direktor Bruno Marcato und die Vizedirektorin Manuela Gotto und einige BereichsleiterInnen, haben gemeinsam mit dem Assessorat für Sozialpolitik die Daten vorgestellt und kommentiert. Dabei kamen auch positive und negative Tendenzen zum Ausdruck: Als gesellschaftliche Wunden wurden der Trend zum Individualismus und die damit einhergehende Einsamkeit von Einzelpersonen, vor allem alleinlebende Senioren, bezeichnet, weiters der zunehmende Kaufkraftverlust und die steigende Gewalt in der Familie, vor allem gegen Frauen. Positiv hervorgehoben wurden hingegen der hohe Zufriedenheitsgrad der BürgerInnen mit den Sozialdiensten in Bozen (italienweit an erster Stelle, laut EKMA-MonitorCittà) und die kürzlich bekannt gewordene Ehrung Bozens vonseiten des Ministeriums für Öffentliche Verwaltung und Innovation für das Organisationsmodell der BSB. Die Erfolge seien auch auf die erreichte Subsidiarität des BSB zurückzuführen und auf die von der Stadtregierung angepeilte enge Zusammenarbeit mit Organisationen und Vereinen im Sozialen. Es sei ein integriertes System zwischen öffentlicher und privater Hand entstanden, mit ca. 870 Mitarbeitern des BSB und 200 Mitarbeitern der profit- und nicht profit-Organisationen, die mit dem BSB eng zusammenarbeiten, um das Angebot der Sozialdienste zu erweitern.
Senioren, Menschen mit Behinderung, Kleinkinder: die wichtigsten Interventionsbereiche
Im Tätigkeitsjahr 2007 verwaltete der BSB beinahe 65.000.000 Euro, davon zahlten 51% das Land und 17% die Stadtverwaltung, 16% aus Zuschüssen und Rückerstattungen vom SSB, 14% aus direkten Beteiligungen der DienstaufsucherInnen und 2% aus anderen Einnahmen.
41% dieser Ressourcen gingen in den Bereich Senioren, 15% in den Bereich Menschen mit Behinderung, 10% in den Bereich Kleinkinder und nur 8% in die finanzielle Sozialhilfe, 5% in den Bereich soziale Notlage.
Die Betriebskosten sind um 6% gestiegen, aufgrund der höheren Personalkosten und einiger zusätzlicher Dienstleistungen. Die letzteren sind vor allem den Kindertagesstätten zuzuschreiben, die erstmals in das integrierte System für die Kleinkindbetreuung eingeflossen sind. Die Investitionen, fast 1,5 Millionen Euro, haben vor allem dem Ankauf von Geräten und der Durchführung von Renovierungsarbeiten in den Bereichen Menschen mit Behinderung (53%), Senioren (32%) und Kleinkinder (7%) gedient.
Diese Eckdaten (siehe Anlage) zeigen mit Deutlichkeit, welche Schwerpunkte vom BSB gesetzt werden und wo der jetzige und wohl auch künftige Bedarf steckt, und zwar in jenen Bereichen, die allen BürgerInnen, allen Familien unserer Stadt zugute kommen (könnten): Fast jeder von uns wird, früher oder später, mit dem Problem konfrontiert, einen nicht mehr selbstständigen Menschen in seinem Umfeld zu pflegen oder Kleinkinder während der Arbeitszeit unterzubringen. Die Maßnahmen, um schwerere soziale Situationen mit komplexen familiären, finanziellen und gesundheitlichen Verstrickungen entgegenzuwirken, oder zugunsten von Menschen, die sich am Rand unserer Gesellschaft befinden, nehmen nur einen kleinen, aber deshalb nicht unwichtigen Platz ein, sowohl was den Arbeitsaufwand als auch was die Ressourcen des BSB betrifft.
Der Betrieb für Sozialdienste Bozen erneuert und vereinheitlicht Erscheinungsbild
Das 2009 anstehende zehnjährige Jubiläum des Betriebs war außerdem Anlass für eine Veränderung: Den ersten Schritt setzte man mit der Neugestaltung des Betriebslogos. Auf der Grundlage des "alten" entworfen, wurde das Logo dynamischer und origineller. Das Restyling-Projekt will das gesamte Erscheinungsbild neu entwerfen und im Einklang mit den Betriebstätigkeiten bringen. Stärker betont wurden die Werte: Sicherheit, Vertrauenswürdigkeit, Hilfeleistung und Unterstützung. Diesen Eigenschaften wurde eine emotionale Ebene hinzugefügt, die ein Vertrauens-, Schutz- und Hoffnungsgefühl vermitteln soll. So wurden dem Betrieb zwei symbolträchtige grafische Elemente zugeordnet: Hände und ein Kreis. Die institutionelle Farbe Orange wurde nur leicht abgeändert, indem man einen wärmeren Farbton auswählte. Bisher wurde das neue Erscheinungsbild nur für den Sozialbericht 2007 verwendet, in den kommenden Monaten wird es für alle Kommunikationsformen des Betriebs eingeführt.