''Vassilissa, Geschichte eines Mädchens''
Donnerstag, 26. März, Stadttheater Bozen: Erstaufführung des neuen Stücks der Beschäftigungsgruppe 2
Seit nunmehr drei Jahren verwandelt sich die geschützte Werkstätte der Europaallee 138 einmal die Woche in ein Theaterlaboratorium. Heuer wird das Theaterstück „Vassilissa, Geschichte eines Mädchens“ einstudiert. Als Grundlage diente das russische Volksmärchen „Die schöne Wassilissa“, das von der Regisseurin Paola Soccio vorgetragen wurde und allen Beteiligten gefallen hat. Die Personen und Geschichten des russischen Märchens haben einen großen Eindruck hinterlassen. Nach der erfolgreichen Erstaufführung im November 2007 im Grieser Stadttheater - damals hieß es „Pandora, Gschichte eines Mädchens“, wurde jetzt das Theaterstück weiter vertieft und überarbeitet, bis zur heutigen Version „Vassilissa, Geschichte eines Madchen“. Das Drama wird am kommenden Donnerstag, 26. März und am darauf folgenden Tag nur für die Schulen im Stadttheater –Studiobühne – im Rahmen des 10. Jubiläums des B.S.B. gezeigt.
Im Laufe der Überarbeitung dieser Geschichte für das Theater ist die Regisseurin zur Bezugsperson der Theatergruppe geworden, die von Menschen mit unterschiedlichen geistigen und kognitiven Beeinträchtigungen und ihren ErzieherInnen gebildet wird. Alle Beteiligten hatten die Möglichkeit, die Geschichte zu interpretieren und die eigenen Erfahrungen, Ängste, den Schmerz, aber auch die glücklichen Momente und die eigenen Geheimnisse einfließen zu lassen.
„Bei der Arbeit“ erklärt die Regisseurin Paola Soccio, „haben wir der Körpersprache und den individuellen und emeinsamen Bewegungen große Aufmerksamkeit gewidmet und dabei die einzelnen Improvisationen analysiert und angespornt. Man könnte es als „work in progress“ definieren, weil Personen und Handlung sich ständig weiterentwickeln und damit Platz für neue und interessante dramaturgische Lösungen bieten.“ „Für unsere Betreuten“ erklärt Daniela Voltani, Erzieherin und Projektassistentin, „waren die Proben sowohl in menschlicher Hinsicht als auch von einem pädagogisch – didaktischen Standpunkt aus betrachtet, sehr wertvoll. Durch das Projekt wurden das Selbstwertgefühl der Betreuten und die Ausdrucksfreiheit gestärkt und gefördert. Die Betreuten haben nicht nur in künstlerischer Hinsicht vieles dazugelernt, sondern mussten sich mit einer neuen Sprache auseinandersetzen, Gedächtnis und Koordination trainieren und den gegenseitigen Respekt in zwischenmenschlichen Beziehungen lernen. Es war aber auch für uns Betreuer eine einzigartige und originelle Erfahrung, weil wir uns selbst einbringen mussten und zwar, nachdem wir unsere übliche Rolle als Erzieher, mit all ihren Sicherheiten, abgelegt hatten“.
„In der Theatersprache ist jeder anders“ erklärt Paola Soccio „und ein guter Regisseur muss in der Lage sein, die individuellen Fähigkeiten der einzelnen Schauspieler aufzuwerten. Menschen mit Behinderung haben nicht mehr Schwierigkeiten als alle „anderen“, im Gegenteil: ihre große Ausdruckskraft, die Freiheit sich gehen zu lassen und das große Kommunikationspotential sind die notwendigen, gewinnenden Zutaten, um das Publikum mit einzubeziehen“.
“VASSILISSA, Geschichte eines Mädchens”
Termine: Donnerstag, 26. März um 20 Uhr und Freitag, 27. März um 11 Uhr (nur für Schulklassen) in der Studiobühne des Stadttheaters am Giuseppe-Verdi-Platz 40 in Bozen.
Schausspieler: Sandra Astolfi, Mara Bignotto, Flavia Bregantini, Marco Merante, Marco Minotto, Tania Pili, Daniela Quadrelli, Sonia Ramazzina, Marta Serafini, Paola Soccio, Rosanna Tutino, Moreno Zeni, Luigi Zuccolo
Von: BSB und TANGARÀ SOCIETÈ
Regie: Paola Soccio
Musik: Ezio Ventriglia
Fotografie: Michele Mongelli
Organisation: Daniela Voltani, Erzieherin
Nähere Infos: Daniela Voltani, Erzieherin in der geschützten Werkstätte, Europaallee, Tel. 0471 201477, Mobil 333 5442394 und Paola Soccio, Tel. Mobil 347 6959512; socciopaola@libero.it